praxis


Ich arbeite hauptsächlich in Öl auf Leinwand, aber auch auf Papier in Aquarelfarben, Tinte, Pastell- oder Ölkreiden.

Die Komposition eines Werkes wird auf der Leinwand entwickelt, doch verwende ich gerne das Skizzenbuch, um sowohl Ideen als auch die Komposition zu entwickeln. Ich bin auch grundsätzlich bereit, Fotos, die ich im Internet und anderswo finde, als Unterstützung für meine Ideen und für die Komposition zu verwenden.


Seit mehreren Jahren ziehe ich es vor, die Farbe in sehr dünnen Schichten, wie bei Aquarellmalerei, auf die Leinwand aufzutragen und typischerweise eine Woche darauf zu warten, dass die Schicht vollständig trocknet, manchmal aber einfach "wet on wet". Es kommt darauf an, was für einen Effekt ich in der Arbeit erreichen möchte.


Obwohl ich weiterhin Farben auf der Palette vermische, bevorzuge ich es, Farbe auf der Leinwand zu erzielen, indem ich zwei oder mehr Farbtöne "optisch" mische, d.h. indem ich Farbe in Schichten auf die Leinwand auftrage und sie "optisch" mischen lasse, da eine Farbschicht durch die darüber liegende Farbe sichtbar wird. Eine blaue Farbschicht über einer gelben Farbschicht erzeugt eine grüne Schicht. Diese Lasurtechnik verleiht der Arbeit Tiefe.


Ich fertige mein eigenes Malmedium für diese Lasurtechnik, das auf einem Rezept von Ralph Mayer basiert. Es enthält Dammar-Lack, Standöl und ein Kobalttrocknungsmittel. Wo die Lasurtechnik nicht erwünscht ist, verwende ich einfach eine andere Technik, bzw. eine mittlere oder weniger transparente Ölfarbe.

Inspiration

Die figurative Kunst, in der Personen dargestellt werden, ist für meine Praxis ein langjähriges Thema, auch wenn andere Schwerpunkte und Themen immer wieder im Mittelpunkt stehen, wie zur Zeit die Gestaltung abstrakter Formen. Das Interesse reicht bis in die Jugend zurück, als ich Familie und Freunde zu zeichnen pflegte. Viel, viel später verlagerte sich der Schwerpunkt vom Zeichnen auf das Malen von Menschen: in London und später in Düsseldorf, immer in Ölfarben und immer direkt nach dem Leben, nie nach Fotografien arbeitend.

"desert scene (Wüstenszene) #1" (2010) war eine der ersten Arbeiten, die mit der Unterstützung eines Fotos hergestellt wurde - bis dahin hatte ich es immer vermieden, Fotos zu verwenden. Mit dieser Arbeit begann eine kleine Serie von urbanen Motiven, zu denen auch das Ziegenmotiv gehörte, eine Trope, die auf meine Zeit als Kunststudent in Kingston zurückgeht, als Bilder von Ziegen eine große Rolle spielten.

Seit ich die Investmentbanking-Branche endgültig hinter mir lassen durfte, habe ich meine Erfahrungen reflektiert. Die Erinnerungen an diese Zeit inspirierten die Wüstenszenen-Serie und andere Bilder des Pendlerlebens. 

Nach dem Umzug von Düsseldorf nach Frankfurt im Jahr 2011 legte ich Porträt- und figurative Themen beiseite. Stattdessen arbeitete ich an einer Serie von großen Leinwänden, inspiriert von der Baustelle des neuen Gebäudes der Europäischen Zentralbank.

Von 2013 bis 2017 kehrte dann mein Fokus zurück zum Thema "menschliches, allzumenschliches". Dieses Mal entfernte ich mich aber bewusst vom früheren Realismus meiner Porträtmalerei und arbeitete stattdessen eher aus der Fantasie heraus als direkt aus dem Leben. Mein Ziel war es, eine neue, wenn auch nicht weniger wahrheitsgetreue Bildsprache für das Thema Mensch zu erforschen .

Neue und frühere Interessen wurden im Jahr 2018 durch eine fantastische Reise durch die Fjorde des patagonischen Chiles geweckt, als ich meinen Fokus zunächst auf die Landschaft und zunehmend auf die Abstraktion statt auf die Figuration richtete.

Ausstellungen im projektraum basis, Frankfurt in 2018 und 2019 zeigten Arbeiten, die von dieser Reise inspiriert waren. Fotos zu meinen Austellungen finden Sie hier auf dem blog.

Eine Reise im Januar 2020 zur antarktischen Halbinsel über den Beagle-Kanal und das Feuerland (Tierra del Fuego) hat sich als ebenso inspirierend erwiesen. Während einige der Arbeiten seit dieser letzten Reise im figurativen Stil entstanden sind, bleibt der Großteil der aktuellen Atelierleistung weiterhin abstrakt. Die Ausstellung vom November 2020 im projektraum konnte wegen der Pandemie nicht stattfinden. Der Ausstellungstermin wurde inzwischen auf Sommer 2021 verschoben.