artist statement

artist’s statement

Der Malprozess auf einer Leinwand, die ich selbst vorbereitet habe, ist zutiefst persönlich und Bestandteil meiner Kunst.

Jede Leinwand, die ich vorbereite, wird aufgespannt und dreimal mit Gesso bestrichen, bevor ich überhaupt Ölfarbe auftrage, hat seine eigene Persönlichkeit und erinnert mich an meine eigene Haut.

An manchen Tagen lässt mich meine Haut in Ruhe, an anderen Tagen macht sie mich so wütend, dass ich sie am liebsten in Stücke reißen würde. Oft tue ich genau das.

Dieser Wahnsinn - Neurodermitis - kommt und geht. Vierzehn Tage lang ist es ruhig, und dann beginnt der Zyklus von neuem.

Meine Haut ist ein Fenster in meine Seele und gibt Aufschluss über meinen Gesundheits- und Geisteszustand.

Einmal vorbereitet, trägt die Leinwand die Narben - wie so viele Pockennarben - von ungleichmäßig aufgetragenem Gesso-Grund: rau und kreideweiß ist die Leinwand mit Läsionen von unregelmäßigen Pinselstrichen überzogen.

Sie erinnert mich daran, wie meine Haut aussieht, wenn es ihr schlecht geht. Die Leinwand ist ein Stellvertreter für meine Haut. Das ist persönlich.

Und so schaue ich beim Malen auf die gespannte Leinwand: Sie ist gespannt wie ich auf der Folterbank der Gedächtnisse und bereit, Zeugnis abzulegen.

Wittgenstein schrieb: "Das Kunstwerk ist der Gegenstand, der sub specie aeternitatis gesehen wird; und das gute Leben ist die Welt, die sub specie aeternitatis gesehen wird. Dies ist die Verbindung zwischen Kunst und Ethik".

Ich hoffe, dass die Menschen beim Betrachten meiner Arbeit etwas von sich selbst sehen, das auf sie zurückblickt - sub specie aeternitatis.